Geschrieben von Konrad Jentzsch am 28.12.2025

Das Team stellt sich vor:
Unsere Chorassistentin im Interview 🎤

Konrad Jentzsch:

Auf welchen musikalischen Erfahrungsschatz kannst du zurückgreifen und wie bist du dorthin gekommen?

Rosa Üregi:

Ich habe in meiner Kindheit ganz viel gesungen und bereits früh Gesangsunterricht genommen. Das war vor allem tatsächlich die Jazz-, Rock- und Poprichtung. Irgendwann habe ich angefangen klassisch zu singen und daran hatte ich viel Freude gehabt. Ich habe mich dann dazu entschieden, an der Musikhochschule Lehramt zu studieren. Dort hat es angefangen, dass ich selbst in vielen Chören mitgesungen habe in verschiedenen Stilrichtungen von Klassik und Oratorien über Jazz, Rock, Pop bis hin zu neuer Musik von Komponisten der Hochschule. Das ist echt cool, weil dadurch kann man aus einem großen Repertoire schöpfen, was mir viel Freude bereitet. Aktuell mache ich noch nebenbei Bandunterricht mit 5. und 6. Klassen.

Konrad Jentzsch:

In welchen Chören bist du überall präsent?

Rosa Üregi:

Ich singe im „Sächsischen Vocalensemble“ bei Matthias Jung, im Kammerchor „Ex Silentio“ von Lukas Alois Roth, der ein Student der Musikhochschule ist. Auch singe ich im „VICA Ensemble“ von Richard Stier mit, der ebenso ein Student der Musikhochschule ist. Es sind hauptsächlich studentische Ensembles.

Konrad Jentzsch:

Wieso ist Musik ein Schwerpunkt für dich geworden und inwiefern ist das eine Leidenschaft?

Rosa Üregi:

Musik ist etwas, womit man ganz viele Menschen erreichen kann. Durch gemeinsames Musizieren kommen so viele unterschiedliche Charaktere zusammen, was einen großen sozialen Aspekt für mich hat, den ich sehr schön finde. Man kann durch Musik gut Emotionen ausdrücken und man findet sich vielleicht selbst in Situationen wieder, in denen es einem nicht so gut geht. Es ist auch etwas ganzkörperliches. Im Studium arbeitet man mit seinem ganzen Körper und mit seinen Emotionen von Bauch, Kopf, Hand und Fuß. Das erfüllt sehr.

Konrad Jentzsch:

Wie kam denn die Beziehung zu uns zustande?

Rosa Üregi:

Die Beziehung zum Jugendchor hat sich durch die Musikhochschule und den Studiochor gebildet. Der Studiochor hatte 2024 mit euch ein gemeinsames Projekt, wo wir zusammen das Halleluja von Händel gesungen haben. Da war ich schon bei euch und habe ein paar Proben mitgemacht. Anna Stronski hatte dann die Chorassistenz übernommen. Als es hieß, dass Anna weg ist und jemand gesucht wird, bin ich zurückgekommen. Ich hatte richtig Lust mit Kindern zu arbeiten und mit einem Chor zu arbeiten. Euer Chor ist für einen Schulchor wirklich etwas Besonderes. Ihr habt mega starke Stimmen, ihr habt einen richtig tollen Gesamtklang und ihr seid richtig viele. Es ist einfach eine richtig coole Gelegenheit, selbst etwas zu lernen.

Konrad Jentzsch:

Ist das deine erste Arbeit mit Jugendlichen?

Rosa Üregi:

Vor dem Studium habe ich ein FSJ gemacht. Seit drei oder vier Jahren arbeite ich nun an einer Oberschule und mache dort Bandunterricht. Dann bin ich bei dem Projekt „Kindermusikwoche Sachsen“ dabei. Das ist immer in den Schulferien und wir fahren eine Woche weg und machen mit ganz vielen Kindern Musik und bereiten ein Musical vor. Aber hier ist es noch mal eine andere Dimension. So viele Kinder hat man selten vor sich sitzen.

Konrad Jentzsch:

Wie motiviert man die jungen Leute einen Bach zu singen? Das stelle ich mir schwierig vor. Was sind deine Strategien?

Rosa Üregi:

Das ist harmonisch großartige Musik. Die Einzelstimme ist vielleicht schwer, aber wenn ich die in den Gesamtklang einbringe und dann anfange meine Linien, die ich singe, zu genießen und die auch singen kann, dann fängt es an Spaß zu machen. Wenn ich dann eine Phrasierung einbringe und dieses schreitende, tänzerische Tempo dabeihabe, dann wirkt diese schwierige Linie plötzlich leicht zu singen. Ich glaube, es ist gar nicht unbedingt ein Gefühl, das ich vermitteln kann, sondern ich kann sie nur auf diesem Weg dahin begleiten. Irgendwann kommt definitiv der Punkt, wo es Spaß macht. Deshalb immer weiter motivieren: „Leute es wird gut, das wird euch Spaß machen. Jetzt ist es schwer, aber nach dem 51. Mal wird es cool.“ Und wenn ihr dann dasteht mit eurem riesigen Chor und „Jauchzet, frohlocket“ singt, dann ist es einfach krass und ein cooles Gefühl. Ihr habt das ja auch schon erfahren, durch den Händel zum Beispiel.

Konrad Jentzsch:

Gibt es ein Projekt, wo du den Jugendchor siehst oder dass du gern mit dem Jugendchor angehen würdest?

Rosa Üregi:

Ich finde Popmusik ziemlich cool und sehe euch auch in einer Popschiene. Klassisch könnt ihr richtig gut singen, aber ich fände es auch cool, wenn man was Moderneres macht. Ihr habt einen wirklich runden klassischen Klang und ihr seid so viele, dass man mit Populärmusik gut arbeiten könnte. Vielleicht könnte man mit einer Band etwas machen. Ich stelle es mir cool vor, es ist aber auch noch mal ein anderer Aufwand.