Geschrieben von Konrad Jentzsch

Das Team stellt sich vor:
Unser Chorassistent im Interview 🎤

Aron Dietrich:

Wie kamst du ans Pesta und zum Jugendchor?

Maximilian Schwarze:

Ans Pesta bin ich durch Katharina Türpe gekommen, die ich durch eine gemeinsame Chorensemblegruppe kenne, mit der wir auch letztes Jahr in Rom waren und dort in der Lateranenkirche gesungen haben. Sie ist nun für drei Monate in Schottland und es wurde nach jemanden gesucht, der ihre Stelle des Chorassistenten übernehmen könnte. Witzigerweise habe ich aber nicht von ihr erfahren, dass die Stelle frei ist, sondern von dem Dozenten Herr Volke, der ein Chorleitungs- und Orchesterleitungsprofessor an der Hochschule ist. Mit ihm ist Herr Röber von früher eng befreundet. Er hatte überlegt, wer die Stelle übernehmen könnte und hatte mich gefragt, ob ich das machen würde. Allein schon aus der Ehre heraus, dass der Professor mich fragte und auf mich zukam, habe ich zugesagt. Daraufhin telefonierte ich mit Herrn Röber und schlussendlich kam ich so zum Chor. Ich startete mit dem Benefizkonzert, was ein guter Anfang war. Für mich zwar gleich ein bisschen überfordernd, aber als Start, um in die Gruppe hineinzukommen, war es ganz gut.

Aron Dietrich:

Wie kam es dazu, dass dein Leben so musikalisch geprägt ist?

Maximilian Schwarze:

Ich habe zwei Brüder und mein großer Bruder lernte Klavier wie auch meine Mutti. Sie wollte, dass ihre ganzen Kinder Klavier lernen und deshalb haben meine beiden Brüder und ich Klavier gelernt. Mein großer Bruder hat schnell wieder aufgegeben, aber ich verfolgte das weiter. Seit der ersten Klasse mit sechs Jahren spiele ich schon Klavier. Bis zur vierten Klasse war Schlagzeug mein Hauptfach. In der dritten Klasse war ich bei Jugend musiziert, wo ich einen Sonderpreis mit Schlagzeug in einem Trio erhielt. Allerdings ist mein Lehrer nach Cottbus gegangen, wo das nächstgrößere Konservatorium ist, mit einem guten Ruf hat und dadurch hat sich das verloren.

Die ersten acht Jahre im Klavierunterricht hatte ich normal geübt, also nicht besonders viel. Ich konnte aber schnell Sachen umsetzen und hatte ein Talent dafür. Das hat mich enorm weitergebracht.

Aron Dietrich:

Das hilft nun vor allem hier im Chor: Sich schnell in neue Stücke reinfinden und diese aufzubereiten.

Maximilian Schwarze:

Ja, vor allem ist Multitasking gefragt, zum Beispiel aus den Augenwinkeln Herr Röbers Handbewegungen beobachten und diese umsetzen.

Dann hatte ich einige Jugend musiziert Auftritte mit Duopartnerinnen, wo die Motivation insgesamt größer war und da hat sich das dann intensiviert. Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich machen möchte. Erst wollte ich Medizin studieren und dachte mir aber, dass es ohne Musik ziemlich karg wäre und habe dann ein Jahr lang Praktika besucht, zum Beispiel an der Uni Greifswald im pharmazeutischen Bereich. Dort habe ich erfahren, dass Pharmazie und Medizin nichts für mich wäre. Gerade in Pharmazie waren Diplomanden, die eine Experimentierreihe betreuten und die jeden Tag denselben Versuchsaufbau nahmen, nur dieses Mal 100 Gramm von dieser Lösung statt 50. Das hat mich nicht motiviert, den ganzen Tag dies aufzubauen und wieder abzubauen. Zwei Tage vor Bewerbungsschluss entschloss ich mich Musik- und Physiklehramt zu studieren und mich dort zu bewerben. Bei Musik ist es die Sache, dass in den Ballungsräumen Dresden und Leipzig natürlich die ganzen krassen Leute angesiedelt sind. In Guben, einer Kleinstadt mit 10 000 Einwohnern, wo ich herkomme, bis du der beste. Im Umfeld bist du auch noch der beste, in Brandenburg insgesamt bist du in der Region der beste, beim Land unter den besten zehn und in Dresden verliert sich das dann. Bei Lehramt an sich hart reinzukommen. Die stellen ziemlich viele Anforderungen mit Gesang, mit dem Hauptfach, mit Klavier, wo andere das Hauptfach haben. Ich bin aber froh, in die Hochschule reingekommen zu sein.

Aron Dietrich:

Was reizt dich daran bzw. was macht dir hier im Chor so viel Spaß mit Jugendlichen zu arbeiten?

Maximilian Schwarze:

Ich ziehe mir gern Energie von anderen Menschen und versuche viel zurückzugeben. Die Arbeit mit Menschen ist sehr motivierend. Vor allem Fortschritte zu sehen, wenn du etwas weitergibst und dann bringen sie es dir komplett wieder entgegen, was nicht überall so ist. Bei anderen Chören ist das auch nicht so gut wie hier.

Aron Dietrich:

Im Schulchor ist das auch so eine Sache, dass du jedes Jahr neue Leute dazubekommst, wo du es immer wieder aufs Neue erklären musst, was auch eine Herausforderung ist.

Maximilian Schwarze:

Ja, genau. Ich habe noch eine andere GTA-Stelle mit einem Orchester, das ein Ensemble von fünf Leuten ist. Ursprünglich waren die dreißig. Es gab verschiedene Leute, die die komplett überforderten, wo die Leute keine Lust mehr hatten und nun hat sich das auf fünf reduziert, die ich nun betreue. Da bin ich auch gespannt, wie viel ich nächstes Jahr noch für begeistern kann.

Aron Dietrich:

Was denkst du, wo wird es mit dem Jugendchor hingehen, vielleicht auch mit dir in dieser Gruppe? Wie willst du dich zukünftig einbringen?

Maximilian Schwarze:

Die Sache ist, Katharina kommt dann wieder, die die Stelle zurück übernimmt, also theoretisch waren die vergangenen Konzerte die letzten. Ich finde es aber krass, wie sich das entwickelte. Herr Röber hat bestimmt auch nur mit zehn bis zwanzig Leuten angefangen. Nach mehreren Jahren hat er nun mit 90 Leuten, mit guten und vielen Konzerten und mit verschiedenen Konzertlocations viel arrangiert. Ich denke, von der Anzahl her wird es so bleiben, aber dass sich alles noch viel mehr festigen wird, auch mit einem Ruf in Dresden und Umgebung. Ansonsten wäre es schon großartig und fetzig, den Chor im Kulturpalast mit Orchester zu erleben.

Aron Dietrich:

Vielen Dank dir für deine Worte!